Universal
Schaltnetzteil (SNTU)
Schaltnetzteile sind oft für
einen größeren Eingangs-Spannungsbereich konzipiert. 100 bis 250V oder 80 bis
250V sind im Handel. Mein Bestreben war, einen extrem großen Spannungsbereich
zu ermöglichen. 12V bis 230V Gleich- oder Wechselstrom, polaritätsunabhängig
und ohne Umschaltung sollte eine stabile Ausgangsspannung potentialfrei zur Verfügung
stehen.
Das beschriebene Netzgerät
liefert bei einer Eingangsspannung von 12 bis 230Vacdc eine stabile
Ausgangsspannung von 6,5V, max. 0,3A. Diese Werte wurden gewählt, weil ein
passender Ferrittrafo vorhanden war. Der Wirkungsgrad liegt je nach
Eingangsspannung zwischen 70 und 85% bei Volllast.
Funktion: Das SNT wird mit
einer variablen Frequenz betrieben. Bei kleiner Eingangsspannung ist die
Frequenz nieder, ca. 1 bis 2kHz und steigt automatisch bei 230V bis zu 30kHz
(T1).
Dies ist notwendig, weil bei hoher Frequenz der induktive Widerstand des Trafos
steigt. Die Stabilisierung der Ausgangsspannung erfolgt mittels
Pulsweitenmodulation (PWM). Mit P2 wird bei 12V Eingangsspannung die
Ausgangsspannung unter Volllast auf Nennwert gebracht, hier 6,3V. Weiters ist
noch ein Sensorwiderstand Rs im Primärkreis des Trafos eingefügt. Hier kann
mittels P3 der maximale Primärstrom eingestellt werden. Wird dieser überschritten,
kippt T2 die Gatter ST5 und ST6 in Selbsthaltung, die PWM wird auf 0% gesetzt und damit
der BUZ gesperrt. Die Sperre kann nur durch ausschalten der Steuerspannung
aufgehoben werden. Der 4,7µF-Elko ermöglicht einen Sanftanlauf, indem er beim
Einschalten des Gerätes die PWM von 0% hochlaufen lässt.
Das Ganze mag sensationell
klingen, aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Steuerspannung wird von einem
9V-Block geliefert. Dies ist zu verkraften, weil der Strom für die Steuerung nicht mehr als ca.
2mA beträgt. Ich habe keinen Weg gefunden, die Steuerspannung aus dem extrem
großen Eingangsspannungsbereich wirtschaftlich zu generieren. Der große
Frequenzbereich bringt den Nachteil, dass die Schaltung kaum wirkungsvoll entstört
werden kann. Der Schutz des BUZ gegen Induktionsspitzen ist noch nicht
befriedigend gelöst.

g.heigl, November 2007